Amnesty International Gruppe Tübingen

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Treffpunkt, Kontakt und Aktionsverteiler


Wir treffen uns während des Semesters donnerstags um 20.00 Uhr im amnesty-Büro (Wilhelmstraße 105). Dieses findet ihr im Untergeschoß (die Wendeltreppe herunter und dann links den Gang hinten rechts)

Unsere e-Mailadresse lautet hsg@ai-tuebingen.de.

Außerdem findet ihr uns auch bei Facebook: http://www.facebook.com/AmnestyTuebingen

Wenn ihr an Aktionen, die wir organisieren, teilnehmen wollt, dann könnt ihr euch bei uns auf den Aktionsverteiler setzen lassen. Wenn wir eine Mahnwache, einen Infostand, oder einen Flash Mob machen, dann bekommt ihr kurz vorher von uns eine E-Mail.






Aktionen im Wintersemester 2015/16


Weltfrauentag am 08.03.2016

Dass jede Frau darüber entscheiden darf, ob sie eine Abtreibung vornehmen möchte, oder nicht, ist mittlerweile recht normal in Deutschland. Nicht so aber in einem unserer europäischen Nachbarländer. In Irland ist die Abtreibung verboten, sodass jährlich etwa 4000 Frauen ins Ausland reisen, um dort den Eingriff vornehmen zu lassen. Auch die Aufklärung über die Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs ist untersagt - Ärzte können sich strafbar machen und müssen bis zu 4 000 € Buße zahlen. Unter dem Motto "My Body My Rights" kämpft Amnesty gegen solche Einschränkungen der Rechte von Frauen weltweit. Daher waren wir von der Hochschulgruppe auch am Internationalen Frauentag, am 08. März, mit einem Stand auf dem Holzmarkt vertreten und sammelten Unterschriften für die Entkriminalisierung von Abtreibungen in Irland. Daneben setzten wir uns für die Rechte von Schulmädchen in Sierra Leone ein. Dort ist Schwangeren verboten, die Schule zu besuche. Sie müssen sich außerdem Schwangerschaftstests an der Schule unterziehen.


Internationaler Tag der Menschenrechte 10.12.2015

Tübingen, 10.12.2015, Außentemperatur -4°C. Gefühlte -10°C für die Mitglieder der Tübinger Amnesty International Hochschulgruppe, die der Temperatur trotzten und eingepackt in mehrere Schichten Kleidung fleißig Unterschriften für den Briefmarathon sammelten. Schließlich war der Internationale Tag der Menschenrechte. So fand man in ganz Tübingen verteilt unterschiedliche Stände, die jeweils ein Menschenrecht zum Thema hatten.

Es wurde auf dem Marktplatz mit einer Mahnwache gegen Folter demonstriert, während am Nonnenhaus Unterschriften für Costas und seinen Freund gesammelt wurden, die in Griechenland Opfer von homophober Gewalt geworden waren. Vor dem Stadtmuseum gab es einen Stand, an dem sich die Leute, für Meinungsfreiheit einsetzen konnten und in der Karlsstraße wurde über das Thema "Verschwinden Lassen" aufgeklärt. Hier konnte man auch erfahren, was es mit den ganzen Statuen auf sich hatte, die in Tübingen an diesem Tag unter schwarzen Tüchern verschwanden.

Doch trotzdem war das Highlight für alle die Übergabe der Erklärung der Menschenrechte an Bürgermeisterin Dr. Christine Arbogast im Rathaus. Nach einer Diskussion über die Wichtigkeit der Menschenrechte, eröffnete Frau Arbogast zudem einen Stand, der von da an für knapp eine Woche im Foyer des Rathauses die Möglichkeit bot, sich mit einer Unterschrift am Briefmarathon zu beteiligen und so für die Menschenrechte einzusetzen. Als krönender Abschluss beendete ein Flashmob den insgesamt zwar anstrengenden, aber sehr erfolgreichen Tag. Ganz nach dem Motto: " Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen" (chinesisches Sprichwort), versammelten sich auf dem Holzmarkt sowohl die Mitglieder der HSG, als auch andere Interessierte, um eine Kerze anzuzünden und so ein Zeichen zu setzen. Um die Botschaft zu verdeutlichen, wurde zudem mit Hilfe eines Beamers die Stiftskirche in den Farben Gelb und Schwarz erhellt.

Alles in allem waren die zahlreichen Aktionen an diesem Tag ein erfolgreicher Abschluss des Jahres 2015 und wir schauen alle auf das nächste Jahr, das viele weitere Aktionen verspricht.


10.10. Tag gegen die Todesstrafe

Obwohl immer mehr Staaten die Todesstrafe abschaffen, stieg 2014 die Anzahl der Todesurteile auf mindestens 2.466 Todesurteile in 55 Staaten an. Nicht enthalten sind dabei die große Anzahl an Todesurteilen, die in China verhängt und vollstreckt wurden. In sieben Staaten u.a. Pakistan wurden nach teilweise längerer Unterbrechung wieder Hinrichtungen durchgeführt.

Die Todesstrafe ist keine akzeptable Reaktion auf Gewalt und Verbrechen. Staaten können nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken. Deshalb fordern wir im Rahmen des 13. Tags gegen die Todesstrafe am 10.10. die Abschaffung der Todesstrafe weltweit.

Im Rahmen der Aktion haben wir Unterschriften zu dem Fall des schiitischen Aktivisten Ali Mohammed Baqir al-Nimr gesammelt. Er wurde 2012 im Alter von 17 Jahren festgenommen und im Mai 2014 zu Tode verurteilt. Dieses Urteil basiert auf einem Geständnis, das nach Aussage von Ali al-Nimr unter Folter und anderweitiger Misshandlung zustande kam. Des Weiteren hatte er keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. In der Petition fordern wir ein faires Gerichtsverfahren für Ali Mohammed Baqir al-Nimr sowie die unabhängige Untersuchung der Foltervorwürfe. Des Weiteren wird die Abschaffung der Todesstrafe, insbesondere für Verbrechen, die im Alter von unter 18 Jahren begangen wurden, gefordert.









Aktionen im Sommersemester 2015


„Ein Leben für Gerechtigkeit“ - Amnesty International Themenabend zu Menschenrechtsverteidigern

Egal, wie gut und wichtig man die Idee der Menschenrechte findet, egal, wie viele Abkommen zur Einhaltung bestimmter Menschenrechte unterzeichnet werden:
Im Ansatz bleibt es eine Idee, die der Umsetzung bedarf. Da leider viele Staaten ihre Verpflichtungen zur Umsetzung und zum Schutz der Menschenrechte nicht ernst nehmen, bleibt die Umsetzung dieser Idee die Aufgabe von mutigen Individuen.
Journalisten, Anwälte, Ärzte, Künstler, aber auch Menschen, die es sich unabhängig von ihrem Beruf zur Aufgabe machen, über Menschenrechte zu informieren, gegen Missstände zu demonstrieren und Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen. Diese Menschen bezeichnen wir als Menschenrechtsverteidiger und diesen Menschen wurde der Themenabend der Amnesty International Hochschulgruppe Tübingen im Rahmen der Menschenrechtswoche am 26.06.2015 im Weltethos-Institut gewidmet.


An diesem Abend wurden drei Beispiele von Menschenrechtsverteidigern präsentiert. Nach einer kleinen Einführung unserer Moderatorin Clara, referierte unsere Gruppensprecherin Hannah über Abel Barrera, einen mexikanischen Priester und Anthropologe, der sich unter Einsatz seiner eigenen Sicherheit für die stark diskriminierte indigene Bevölkerung Mexikos einsetzt.
Im Anschluss daran wurde nach einer einleitenden Rede von Johannes ein Film über die Menschenrechtsorganisation WOZA („Woman of Zimbabwe arise“) gezeigt, der die Arbeit einiger mutiger Frauen im Kampf für bessere Lebensbedingung der Menschen von Zimbabwe zeigte.
Der Dritte Vortrag kam von unserem Gast Flu Bäurle von der Themenkoordinationsgruppe Queeramnesty, der extra aus München angereist gekommen ist, um über die Arbeit von Alice Nkom zu berichten. Alice Nkom ist eine Anwältin aus Kamerun, die sich in ihrem Land gegen die Diskriminierung und Verfolgung homosexueller Menschen einsetzt. Für ihr Engagement erhielt sie 2014 den Amnesty International Menschenrechtspreis.

Neben den Vorträgen wurden im Foyer auch noch eine Reihe von Portraits und Kurzbeschreibungen zu anderen Menschenrechtsverteidigern und ihrer Arbeit aufgehängt.
Außerdem hatten wir wie üblich Stände mit Petitionen und Informationsmaterial ausgelegt.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten sowie bei unserem tollen Publikum für den gelungenen Abend und hoffen, dass
jeder etwas von der Veranstaltung für sich mitnehmen konnte.








"Ja zum Flüchtlingsschutz“ - Amnesty beim Stocherkahnrennen

Fronleichnam, Tübingen, wunderschönes Wetter, eine erwartungsvolle Menschenmasse, die sich rund um den Neckar drängt und mitten drin: die Amnesty International Hochschulgruppe Tübingen. Anlässlich des alljährlichen Stocherkahnrennens mischten wir uns mit einem vom evangelischen Stift geliehenen Stocherkahn unter die Kostümwettbewerbsteilnehmer. Wir nutzten die allgemeine Aufmerksamkeit, um mit einem „Flüchtlingsrettungsboot“ auf die Situation am Mittelmeer hinzuweisen. Dazu hielten wir unser „Ja zum Flüchtlingsschutz“- Banner hoch und stellten im Boot von Amnesty-Helfern gerettete Flüchtlinge dar. Die Fotos sagen wohl mehr dazu, als irgendwelche Umschreibungen. Es war eine kurze Angelegenheit, die aber vor allem zeigen sollte: Wir sind hier und setzen uns für Flüchtlinge ein.


Nacht der Nachhaltigkeit am 08.05.2015

Wir haben mit einem Film und einer Ausstellung im Landestheater Tübingen an der Nacht der Nachhaltigkeit 2015 teilgenommen. Die Ausstellung „Wirtschaft und Menschenrechte“ zeigte die Arbeit von Amnesty International zu verschiedenen Fällen von Menschenrechts- / Umweltschutzverletzungen durch internationale Konzerne. Themen waren dabei der Kampf des indigenen Volks der Sawhoyamaxa um ihr Land in Paraguay, Zwangsräumungen im Kongo, die Ölverschmutzung des Nigerdeltas in Nigeria sowie die Chemiekatastrophe von Bhopal.

Der Film „Geliebtes Soja, verfluchtes Land“ des preisgekrönten Regisseurs Marco Keller thematisierte die Folgen des Sojaanbaus insbesondere von genmanipuliertem Soja für Umwelt und indigene Bevölkerung in Brasilien sowie alternative Produktionsmöglichkeiten durch den Anbau von Bio-Soja.

Ein Abend mit dem Zimmertheater - 07.05.2015

Das Zimmertheater zeigte das Stück "Der Tod und das Mädchen" von Ariel Dorfman. Es geht dabei um Folter und Misshandlung unter der Militär-Diktatur von Pinochet in Chile. Wir wurden als Amnesty Hochschulgruppe dazu eingeladen den Abend mitzugestalten. Schon zu Beginn stellten wir unseren Stand auf und sammelten Unterschriften für die Aufklärung der Foltervorwürfe durch die C.I.A. und die Aufklärung der Folter von Alfreda Disbarro auf den Philippinen. Außerdem informierten wir über die aktuelle Anti-Folter-Kampagne.

Den ersten Teil des Abends bildete die Aufführung des Stücks. Sehr eindrücklich stellten die Schauspieler dar, welche Auswirkungen Folter auch noch Jahre nach der Tat auf die Betroffenen hat. Und wie auch ihr Umfeld, hier der Ehemann, davon betroffen ist. Obwohl das Stück aus den 90er Jahren stammt, so ist es doch brandaktuell. Denn diese Art von Menschenrechtsverletzungen gibt es auch heute noch weltweit. Darum ging es dann auch im zweiten Teil des Abends. Benni, eines unserer Mitglieder, diskutierte mit dem Intendanten Michael Hanisch über die heutige Lage der Folter. Er sprach über den Amnesty-Folter-Bericht, der letztes Jahr erschien. Dabei wurden in 141 Ländern Folter und Misshandlungen festgestellt. Dagegen versuchen wir als Amnesty International etwas zu tun, mittels Petitionen und Aufmerksamkeit. So stellte Benni unsere Arbeit vor. Im weiteren Gespräch mit dem Publikum stellte sich heraus, dass allerseits Betroffenheit herrschte. Das Stück hat auf jeden Fall zu Denken gegeben. Durch die Diskussion und unseren Stand ist klar geworden, dass Folter keine Sache der Vergangenheit, sondern der Gegenwart ist und dass wir uns dagegen wehren müssen.

Es war ein sehr gelungener Abend. Wir bedanken uns auch noch ein mal bei Michael Harnisch für diese Kooperation. Jederzeit gerne wieder!

Aktionen im Wintersemester 2014/2015


Themenabend „Flucht“ am 20.01.2015

Wöchentlich vergrößert sich die Anzahl der sogenannten „Abendspaziergänger“ in Dresden. PEGIDA zieht unter lauten „Wir sind das Volk“-Rufen durch die Straßen und fordert ein Ende der „Islamisierung des Abendlandes“. Fremdenfeindlichkeit soll nun wieder salonfähig sein. Doch es regt sich Widerstand und so versammeln sich in diesen Tagen in vielen Großstädten Deutschlands Menschen, in Zahlen den Anhängern der PEGIDA-Demonstration weit überlegen, um für mehr Offenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren.

Auch wir als Hochschulgruppe Amnesty International Tübingen wollten unseren Beitrag dazu leisten und haben am 20.01.2015 zum Themenabend „Flucht“ in das ortsansässige Kino Arsenal eingeladen. Konflikte im Mittleren Osten und Nordafrika haben für einen erhöhten Flüchtlingsstrom nach Europa und damit auch nach Deutschland gesorgt. Doch wer sind diese Leute, die zu uns kommen? Wieso kommen sie? Und vor allem: Wie sieht die Situation der Flüchtlinge hier in Deutschland aus? Diese und noch viele weitere Fragen zu beantworten, haben wir uns als Ziel gesetzt.

Zu Beginn der Veranstaltung gaben zwei unserer Mitglieder Einblick in die Situation an den Außengrenzen Europas, die Arbeit von Frontex und gingen auf aktuelle Zahlen und Entwicklungen ein. Auf diesen Input aufbauend berichteten zwei Mitarbeiterinnen des Landratsamts Tübingen in der Abteilung Soziales, von ihrer Arbeit mit Asylbewerbern und der Situation im Landkreis Tübingen. So erzählten sie nicht nur von den alltäglichen Herausforderungen, sondern zeigten auch den starken Willen, jedem Flüchtling eine menschenwürdige Unterbringung zu ermöglichen und betonten das Bedürfnis ehrenamtlichen Engagements. Daran anschließend standen sie zur Beantwortung von Fragen und einer Diskussion zur Verfügung. Den Abschluss des Abends bildete ein gemütliches Zusammensitzen und Reden bei Brezeln und Getränken im Foyer des Kino Arsenals. Nächstes Mal überwinden wir hoffentlich auch die technischen Schwierigkeiten bezüglich der Filmvorführung.

Wir möchten uns hiermit noch einmal bei allen Beteiligten für diesen gelungenen Abend bedanken und haben uns sehr über das große Interesse von über einhundert Gästen gefreut.


Vorschau auf's Wintersemester

Nach ein paar ruhigeren Wochen im Sommer ist es an der Zeit, ins neue Semester durchzustarten. Als kleines Warm-Up waren wir auch dieses Semester wieder mit Infoständen beim Dies Universitatis in der Neuen Aula und beim Alternativen Dies im Clubhaus dabei. Die Besucher konnten sich über die Arbeit unserer Gruppe informieren, zusätzlich gab es die Möglichkeit, Amnesty-Taschen zu bemalen. Nächste Woche werden wir Vorlesungen besuchen und einen Infoabend veranstalten.

Für die Zeit bis Weihnachten haben wir schon einiges in Planung und die ein oder andere spontane Aktion wird auch noch dazukommen. Hier ein kleiner Vorgeschmack unserer kommenden Events:

Mehr Infos, neue Ankündigungen und die genauen Termine gibt's nach und nach in den nächsten Wochen hier und auf facebook. Stay tuned! :)




Aktionen im Sommersemester 2014


Berichte:


Mahnwache zum Gaza-Konflikt am 08.08.2014

Nachdem wir uns in der HSG schnell darüber einig waren, eine Aktion zum aktuell ausgetragenen Gaza-Konflikt zu veranstalten, war nicht sofort klar, wie eine solche aussehen sollte. Die Fronten der Konfliktparteien und ihrer Sympathisanten sind bekanntlich verhärtet und es besteht immer das Risiko, auch als unparteiischer Mahner zur Einhaltung der Menschenrechte von beiden Seiten in der Emotionalität der Situation angegangen und der ungerechten Parteiergreifung beschuldigt zu werden. Daher war es uns wichtig, die bekannten Fakten des Konflikts für sich sprechen zu lassen und alle Konfliktparteien, sekundär Involvierte, als auch Außenstehende aufzufordern, das in ihrer Macht stehende zu tun, um zu einem Ende der Gewalt zu finden. Nachdem einige Tage vor uns und am folgenden Tag schon eine pro-Israel und eine pro-Palästina Demo stattfanden, wählten wir schließlich das Format einer Mahnwache zum Gedenken der Opfer des Konflikts.




Am Freitag, den 8. August kam die HSG am späteren Abend auf dem Rathausplatz am Neptunbrunnen zusammen und zog mit Kerzen, einem Amnesty-Banner, einer bunten Anreihung des Wortes "Frieden" in verschiedenen Sprachen, sowie Info-Flyern zur Amnesty-Position auf deutsch und englisch die Aufmerksamkeit auf sich. Es lag eine Liste aller palästinensischen und israelischen Opfer aus, von der sich Passanten den Namen eines/einer Toten aussuchen und eine Kerze für ihn oder sie anzünden konnten. Der Name des Opfers wurde dann auf eine "Gedenktafel" geschrieben. Die Resonanz blieb bis in den späten Abend hinein großartig. Trotz einigen zu erwartenden, schwierigen Gesprächen trug die Ausstrahlung der Mahnwache insgesamt ihrem Aufruf zum Frieden Rechnung. Es half, eine klare Amnesty-Position auf dem Flyer zur Hand zur haben, die vor allem bei aggressiveren Tönen unserer Gegenüber Sicherheit gab. Viel spontane Anteilnahme, das Verteilen der Flyer und nationenübergreifende Gespräche machten diesen Abend aus. Ein deeskalierendes Signal aus Tübingen, das von allen Beteiligten als erfolgreiche Aktion wahrgenommen wurde. Bei Bedarf kommt eine Wiederholung auf jeden Fall in Frage!




Postkartenaktion für iranischen Studentenführer Majid Tavakkoli


Was hast du seit 2009 gemacht?

Wieviel Zeit hast du mit Freunden und Familie verbracht? Wie oft warst du im Urlaub, wo warst du und was hast du gesehen und erlebt? Wieviele nette, interessante Menschen hast du in dieser Zeit kennen gelernt? Wie oft hast du vor anderen oder in der Öffentlichkeit deine Meinung vertreten, ohne Angst, deswegen in Schwierigkeiten zu geraten?



Letzteres war dem iranischen Studentenführer Majid Tavakkoli, wie vielen seiner Landsleute, seit jeher fremd. Ungeachtet dessen besteht Majid auf sein Recht auf freie Meinungsäußerung aus Art. 19 AEMR. Er engagierte sich und lies sich nicht verbieten, öffentlich seine Meinung über Missstände in seinem Land kundzutun. Dafür nahm er in Kauf, mehrfach eingesperrt und der Freiheiten, die für uns alle selbstverständlich sind, beraubt zu werden.

Zuletzt geschah dies im Jahr 2009: nach dem Vortrag einer regimekritischen Rede vor Studenten der Universität Teheran wurde Majid erneut festgenommen und befindet sich seitdem in Haft. 2010 verurteilte man ihn zu insgesamt achteinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Im Jahr 2011 wurde die Haftstrafe auf neun Jahre verlängert, nachdem Majid einen Brief zur Veröffentlichung aus dem Gefängnis geschmuggelt hatte, in dem er seine Meinung bekräftigte. Ihm stehen damit noch mehrere Jahre in Haft bevor.

Wir lassen Majid dabei nicht allein, halten uns über seinen Verbleib auf dem Laufenden und machen regelmäßig auf seinen Fall aufmerksam. So veranstalteten wir am Freitag, den 04. Juli 2014 nachmittags am Tübinger Holzmarkt eine Postkartenaktion. Unter dem bereits genannten Motto "Was hast du seit 2009 gemacht?" hielten wir den Besuchern der Tübinger Altstadt Majids schwere Situation vor Augen. Begleitend boten wir Postkarten mit verschiedenen bunten Motiven an und luden die Passanten ein, sie mit Zuspruch, Beistandsbekundungen und Aufmunterungen für Majid zu versehen. Die Aktion fand trotz des konkurrierenden Fußballspiels regen Zuspruch. Die Postkarten werden helfen, Majid seine Haftzeit ein wenig zu erleichtern und nicht den Mut zu verlieren.

Nähere Infos zum Fall Majid:








Gegen das Vergessen: #BringBackOurGirls !!!

Der Kampf für die Durchsetzung der Menschenrechte ist immer auch ein Kampf gegen das Vergessen. So geraten unter dem Eindruck der Fußball-Weltmeisterschaft oder den Krisen in der Ukraine und im Irak selbst spektakuläre und noch nicht lang vergangene, schwere Menschenrechtsverletzungen schnell aus dem Blick.

Von den im April in Nigeria durch die Gruppierung "Boko Haram" entführten 276 Mädchen werden 219 weiterhin vermisst. Sie werden vermutlich noch immer von ihren Entführern festgehalten, womit ihnen nach wie vor Verkauf, Versklavung oder Zwangsheirat drohen.

Wir von der Tübinger Amnesty International Hochschulgruppe bekennen uns weiterhin solidarisch mit den Mädchen, ihren Angehörigen und den Menschen in Nigeria. Die Mädchen müssen freikommen, zu ihren Familien zurückkehren und die Schule wieder besuchen können. Wir vergessen nicht und erneuern daher unsere Forderung:







Mahnwache zum Internationalen Tag der Opfer der Folter - STOP FOLTER!

Am 26.06.2014 - dem Internationalen Tag der Opfer der Folter - machten wir auf dem Tübinger Holzmarkt auf die Amnesty-Kampagne "STOP FOLTER" aufmerksam. Vier Träger mit verbundenen Augen generierten durch ein Banner Aufmerksamkeit, darüber hinaus verteilten wir Info-Postkarten und sammelten Unterschriften für die aktuell im Rahmen der Kampagne laufende Petition.

In den vergangenen fünf Jahren hat Amnesty International aus 141 Ländern glaubwürdige Berichte über Folter und Misshandlung erhalten. Mit der Kampagne fordert Amnesty Regierungen weltweit auf, endlich ihre internationalen Verpflichtungen umzusetzen und effektive Schutzmaßnahmen gegen Folter zu ergreifen.

Schau nicht weg! STOP FOLTER!



"Grüße von der Grenze" - Knapp 600 Appell-Postkarten aus Tübingen an Angela Merkel


Am Mittwoch, den 25. Juni 2014, treffen sich in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, um über die Flüchtlingspolitik der Union zu beraten. In diesem Zusammenhang gab Amnesty International Deutschland eine an Bundeskanzlerin Angela Merkel adressierte Postkarte heraus. Sie enthält den folgenden Appell an die deutsche Regierungschefin:

"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!

Beim Versuch nach Europa zu gelangen, sterben Menschen, sie werden geschlagen und eingesperrt. Sie, Frau Bundeskanzlerin, und die anderen Staats- und Regierungschef_innen in der EU haben es in der Hand, dies bei Ihrem Treffen im Juni zu ändern.

Ich zähle darauf, dass Ihnen Menschenleben wichtiger sind als Grenzen.
Schützen Sie Menschen vor Grenzen!"



Im Rahmen verschiedener Aktionen im Sommersemester 2014 konnten wir allein in Tübingen rund 600 unterschriebene Postkarten sammeln. Einen Teil davon hatten wir bereits im Mai persönlich nach Berlin gebracht, der Rest erreichte jetzt zum Einsendeschluss am 20. Juni 2014 auf dem Postweg das Bundeskanzleramt.

Unabhängig vom Ausgang des Treffens am 25. Mai bleibt weiterhin viel zu tun, um den Menschen an Europas Grenzen zu ihrem Recht zu verhelfen. Wo hierbei die dringenden Probleme liegen, verdeutlicht die lesenswerte Rede von Selmin Çalişkan, Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, die sie auf dem 14. Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz am 30. Juni 2014 hielt.








Mahnwache am Weltflüchtlingstag 2014 am Tübinger Holzmarkt


"Das Mittelmeer ist die Geburtsstätte Europas und mittlerweile der Schauplatz seines größten Versagens."
                                                                           Wolfgang Bauer


Rund 43 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. In ihrer Heimat drohen ihnen Tod, Folter, willkürliche Inhaftierung und andere Gefahren durch Kriege, bewaffnete Konflikte oder, weil man sie wegen ihrer Weltanschauung, Religion, sexuellen Orientierung oder aus anderen Gründen verfolgt. Die Suche dieser Menschen nach Schutz verläuft aufgrund schlechter Versorgung meist unter katastrophalen Bedingungen. Gewaltsamen Übergriffen - insbesondere aus politischer, rassistischer oder sexueller Motivation - sind sie in der Regel schutzlos ausgeliefert. Viele Menschen werden getötet, schwerst misshandelt oder verschwinden spurlos, Familien werden auseinandergerissen oder haben Tote und Schwerverletzte bei Unfällen zu beklagen.

Gerade in der Europäischen Union werden eben diese Menschen oft als „illegale Einwanderer“ angesehen, vor denen es sich zu schützen gelte. Während die meisten Flüchtlinge von Nordafrika aus über das Mittelmeer nach Europa kommen und sich folglich gerade die südlichen EU-Staaten mit hohen Flüchtlingszahlen konfrontiert sehen, verweigern Binnenstaaten wie Deutschland den Menschen an Europas Grenzen ihre Hilfe. Die Folgen sind einerseits Internierung der Menschen in Camps unter menschenunwürdigen Bedingungen, andererseits Zurückweisung oder Abschiebung ohne ein faires Asylverfahren. Beides widerspricht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Genfer Flüchtlingskonvention, denen sämtliche EU-Staaten beigetreten sind.

Auf diese Situation machten wir am frühen Abend des 20. Juni 2014, des diesjährigen Weltflüchtlingstages, mit einer Mahnwache auf dem Tübinger Holzmarkt aufmerksam. Zwei mit Stacheldraht verbundene Wachtürme aus Karton symbolisierten als "Festung Europa" die Abschottungspolitik der Europäischen Union und vieler ihrer Mitgliedstaaten. Davor stellten mit Kreidespray auf den Boden gesprühte menschliche Umrisse die unzähligen Menschen dar, die in den Jahren 2007 bis 2013 an den Außengrenzen der "Festung Europa" im Mittelmeer ihr Leben verloren. Zusätzlich sprachen wir mit den Besuchern der Tübinger Altstadt über die Situation, verteilten Informationsflyer und sammelten weitere Unterschriften für die Postkartenaktion "Grüße von der Grenze".

Nähere Infos:







Aktion zum US-Drohneneinsatz in Afrika beim Stocherkahnrennen 2014 - "Tatort Stuttgart"


Nach wie vor setzt das US-Militär im von der US-Regierung propagierten "Kampf gegen den Terror" ferngesteuerte bewaffnete Drohnen ein, um Jagd auf mutmaßliche Extremisten zu machen. Während sich dagegen bereits im eigenen Land allmählich Kritik regt, wird die willkürliche, ohne völkerrechtliche Grundlage praktizierte Menschenjagd, bei der immer wieder auch unbeteiligte Zivilisten getötet werden, auch unter dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama forgesetzt.

Durch unsere Teilnahme an der Parade vor dem diesjährigen traditionellen Stocherkahnrennen am 19. Juni 2014 brachten wir den "Drohnenkrieg" bildhaft ins beschauliche Tübingen: auf Knopfdruck des US-Präsidenten bombardierte der Steuermann einer von uns hergestellten Papp-Drohne vom präsidialen Kahn aus den Kahn der Opfer mit schwarzen Tennisbällen. Deren geballte Explosionskraft warf die Blutfarbe-überströmten Opfer unter lauten Schmerzensschreien in den Rumpf des Stocherkahns. In seiner Hand trug der US-Präsident ein Schild mit der Aufschrift "Tatort Stuttgart".

Entgegen der gut gemeinten Kommentierung, die die Veranstalter über die Lautsprecher verbreiteten, sollte damit nicht auf die beliebte TV-Serie einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt verwiesen werden, sondern auf den Ort, von dem aus US-amerikanische Drohneneinsätze in Afrika gesteuert werden.











Ja, richtig gelesen! Wussten Sie, dass nur wenige Kilometer vom schönen Tübingen entfernt Drohneneinsätze geplant und gesteuert werden? Wir sprechen von dem Tatort Stuttgart Vaihingen. Das in Stuttgart ansässige Oberkommando des US-Militärs für Afrika (Africom) und das Air Operations Center (AOC) der US-Air Force-Basis in Ramstein sind entscheidend in die Durchführung von Drohneneinsätzen eingebunden. Dies bedeutet das gezielte Töten per Knopfdruck, ohne Verfahren, ohne völkerrechtliche Grundlage. Ein Krieg mit ungezählten Opfern.




Infostand zum Thema Flüchtlinge auf dem RACT!-Festival 2014


Am Freitag und Samstag, den 06. und 07. Juni, fand im Tübinger Anlagenpark auch dieses Jahr wieder das RACT!-Festival statt. Im Rahmen dieses traditionellen Tübinger Kulturevents werden den Besuchern u. a. Konzerte, Informations- und Aktionsstände, Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen angeboten.

Natürlich durften wir auch beim diesjährigen Festival, welches unter dem Motto "Europe - Different Countries, one people" stattfand, nicht fehlen. Mit einem Infostand nutzten wir die gute Stimmung und das rege Interesse der Besucher, um gerade auch jüngere Leute auf die menschenunwürdige Lage der Flüchtlinge an Europas Außengrenzen aufmerksam zu machen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch weitere 185 Unterschriften für die Amnesty-Postkartenaktion "Grüße von der Grenze" sammeln.









Darstellung eines Menschenrechts - Zum 53. Geburtstag von Amnesty International


Am Mittwoch, den 28. Mai 2014, jährte sich zum 53. Mal der Gründungstag von Amnesty International. Zu diesem Anlass waren alle Gruppen eingeladen, ein bestimmtes Menschenrecht in beliebiger Form darzustellen.

Dem Aufruf folgend trafen wir uns am 28. Mai vormittags vor der Universitätsbibliothek. Unsere Wahl fiel auf Art. 18 AEMR, das Recht auf Freiheit der Gedanken, des Gewissens und der Religion. Diese Freiheitsgüter sehen wir vor allem im Medium des Buches verkörpert. Zur Darstellung von Art. 18 AEMR hielten wir daher Menschen im Bild fest, die ihre Freiheit durch das Lesen von Werken verschiedensten Inhalts leben. Mit dem ansehnlichen Ergebnis sagen wir "Alles Gute, Amnesty!"






Infostand zur EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik vor der Europawahl


Am Sonntag, den 25.05.2014, waren die Bürger der Europäischen Union aufgerufen, ein neues EU-Parlament zu wählen. Zu diesem Anlass waren wir am Samstag, den 24.05.2014 nachmittags mit einem Infostand in der sonnigen, gut besuchten Tübinger Altstadt präsent.

Mit Plakaten und Flyern informierten wir über die Inhalte der Wahlprogramme der einzelnen Parteien zum Thema Asyl-, Flüchtlings- und Integrationspolitik. Als Grundlage dienten dabei Informationen, die die Landeszentrale für politische Bildung im Internet zur Verfügung gestellt hatte. Darüber hinaus sammelten wir viele Unterschriften für die Amnesty-Postkartenaktion "Grüße von der Grenze" und informierten über die aktuelle Lage an Europas Außengrenzen. Für eingenommene Spenden bedankten wir uns herzlich mit selbst gebackenem Kuchen.










Aktionen im Wintersemester 2013/2014:


Aktion zum europaweiten „Lampedusa-Tag“ auf dem Tübinger Markplatz am 20.03.2014

Die Zahl der toten Flüchtlinge im Mittelmeer ist erschreckend hoch und sie steigt kontinuierlich. Neptun, Gott des Meeres, ärgert das gewaltig, sein Reich soll voller Leben sein und nicht von Toten übersät. Kurzerhand beschloss er am Donnerstag, den 20.03.2014, das EU-Gipfeltreffen in Brüssel zum Anlass zu nehmen, um gegen die europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik zu protestieren. Auch macht er sich Sorgen um seine Schwägerin Europa, würde sie es heute noch in die EU schaffen?

Wir nutzten die Gelegenheit und fragten Neptun persönlich, was ihn so wütend macht und welche Forderungen er stellt, um die Lage zu verbessern. Auch Europa konnten wir ein paar Fragen stellen. Hier das Interview:


Olympische Winterspiele in Sotschi: Gold für die Menschenrechte

Fairness und Gleichheit für alle – nicht nur im sportlichen Wettkampf! Sportschuhe und bunte Luftballons, angeordnet in einer Regenbogenfahne auf dem Tübinger Holzmarkt, so schickten wir am Freitag, den 07.02.2014, zum Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi unsere Liebesgrüße nach Russland. Denn die menschenrechtliche Lage in Russland hat wenige Gemeinsamkeiten mit den Idealen der Olympischen Spiele von Freiheit und Gleichheit. Die Liste der Menschenrechtsverletzungen in Russland ist lang. Auch wurden im Juni letzten Jahres diskriminierende Gesetze gegenüber LGBTIs erlassen. Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen und haben in einer Solidaritätsaktion Unterschriften für Aktivisten in Russland gesammelt. Hier könnt ihr online Liebesgrüße nach Russland schicken: http://liebesgruss.amnesty.de/

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Majid-Mahnwache am 29.01.2014

Lange schon hatten wir sie vorgehabt, am Mittwoch 29.01.2014 war es dann soweit. Mit einer Kerzenmahnwache haben wir auf den Fall von Majid Tavakkoli aufmerksam gemacht und die Menschen auf dem Holzmarkt zum Unterschreiben von Postkarten animiert. Majid ist ein iranischer Student der seit 2009 wegen systemkritischer Äußerungen in Haft sitzt. Seit 2012 haben wir eine Rolle mit über 500 Unterschriften für seine Freilassung gesammelt. Die Rolle soll jetzt an Ayatollah Sadegh Larijani, die oberste iranische Justizautorität, geschickt werden. Bevor die Rolle ihre weite Reise antritt haben wir noch ein Abschlussfoto gemacht und hierfür das Tagblatt kommen lassen. Am Mittwoch selbst haben wir Postkarten für Majids Freilassung unterschreiben lassen. Hierfür haben wir nicht nur Passanten mutig und enthusiastisch angesprochen, wir haben auch durch den von 60 Kerzen gebildeten Schriftzug „Majid“ auf der Stiftskirchentreppe auf uns aufmerksam gemacht. Wie die Bilder zeigen waren die Kerzen besonders nach Einbruch der Dunkelheit sehr Eindrucksvoll und haben viele Leute zum stehen bleiben und Näherkommen bewegt.


Wände des Wiederstandes

Wir haben Kairo nach Tübingen geholt: In 16 Schaufenstern in der Tübinger Innenstadt zeigen wir Graffiti aus Ägypten. Gemeinsam bilden sie die von Amnesty International konzipierte Ausstellung "Wände des Widerstands", die wir anlässlich des dritten Jahrestages der ägyptischen "Revolution des 25. Januar" im Januar in Tübingen zeigen.

Eindrucksvolle Beispiele ägyptischer Street Art aus dem Jahr 2012 demonstrieren, wie Ägypter und Ägypterinnen für Freiheit und Menschenrechte kämpfen. Schaut sie Euch an und informiert euch - einzeln oder beim Spaziergang durch die Tübinger Innenstadt.


Veranstaltungen zum dritten Jahrestag der „Revolution des 25. Januar“ in Ägypten

Seit dem 25. Januar 2011 kamen mehr als 2.000 Menschen bei Protesten durch die Gewalt von Polizei und Militär ums Leben. Tausende wurden festgenommen, viele gefoltert. Nur eine Handvoll von Sicherheitskräften wurde vor Gericht für die Gewalt zur Verantwortung gezogen. Gleichzeitig gibt ein neues drakonisches Demonstrationsgesetz den Behörden weitreichende Befugnisse, um Versammlungen zu verbieten, und Sicherheitskräften freie Hand zur gewaltsamen Auflösung friedlicher Proteste. Anlässlich des dritten Jahrestags der „Revolution des 25. Januar“ haben wir auf dem Marktplatz Unterschriften gesammelt, mit denen wir uns bei Mansour, dem derzeitigen Übergangspräsidenten, dafür einsetzen, dass alle Vorfälle exzessiver Gewalt aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und dass das restriktive Demonstrationsgesetz und andere Gesetze, die die Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschränken, so geändert werden, dass sie internationalen Standards entsprechen.

Zudem haben wir am 26. Januar die Dokumentation „The Square“ von der ägyptisch-amerikanischen Regisseurin Jehane Noujaim geschaut. Der Film begleitet von Januar 2011 bis August 2013 mehrere junge Menschen in ihrem Kampf für Menschenrechte, soziale Sicherheit und Freiheit. Auf eindrucksvolle Weise werden ihre Hoffnungen und Enttäuschungen, ihr gemeinsamer Einsatz für die gleichen Ziele und ihre Konflikte gezeigt. Wer die Gelegenheit hat, sollte diesen Film auf jeden Fall anschauen!


Filmvorführung „Stein der Geduld“ im Kino Waldhorn in Rottenburg

Am 24.01.2014 wurde im Kino Waldhorn in Rottenburg der Film „Stein der Geduld“ von Atiq Rahimi gezeigt, in dem die Rolle der Frau in der afghanischen Gesellschaft thematisiert wird. In einem vom Krieg heimgesuchten Stadtviertel kümmert sich eine junge Frau um ihren im Koma liegenden Ehemann, dem bei einem Streit ins Genick geschossen wurde. Trotz seiner Ohnmacht scheint aber sie in ihrer Rolle als Frau in der eigentlichen ohnmächtigen und hilflosen Situation gefangen zu sein. Anstatt ihren Ehemann seinem Schicksal zu überlassen, erzählt sie ihm von all ihren Geheimnissen und Sehnsüchten. Hin und her geworfen zwischen Gefühlen der Befreiung und der Angst, er könne sich vielleicht an ihre Geschichten erinnern sobald er aufwacht, versucht sie den Kriegsalltag irgendwie zu bewältigen... Leider ist die Geschichte keine Fiktion. Frauenrechte in Afghanistan haben seit dem Sturz der Taliban vor 12 Jahren zwar an Bedeutung gewonnen, doch für viele Frauen und Mädchen existieren diese Errungenschaften bisher nur auf dem Papier. Trotz Gleichberechtigung in der Verfassung, einem besseren Zugang zu Bildung und Frauen, die im Parlament vertreten sind, werden ihre Rechte immer noch verletzt. Es geschehen nach wie vor Verheiratungen von Mädchen, Vergewaltigungen, familiäre Gewalt und die Praxis des Austausches von Frauen als Mittel zur Streitbeilegung. Es verschärft sich zudem das Klima für Menschenrechtsverteidigerinnen. Sie werden an ihrer Arbeit gehindert, bedroht und geraten in Lebensgefahr. Mehr Infos zum Thema und zum Film gibt es auf der Homepage der Deutschen Sektion von amnesty international (amnesty.de).


Bemalen von Nofretete-Bannern auf dem Holzmarkt in Tübingen

Im Rahmen der Unruhen in Ägypten, die sich seit der Absetzung des ehemaligen Präsidenten Mursi am 3. Juli enorm verschärft hatten, wurden regelmäßig grundlegende Menschenrechte verletzt und missachtet. Vor allem bei Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und Sicherheitskräften bzw. Mursi-Gegnern kam es im Sommer immer wieder zu Exzessen der Gewalt, die seit der Absetzung Mursis bis heute mehrere hundert Tote gefordert haben. Besonders der Polizei, aber auch Mursi-Anhängern wird dabei Folter und die gezielte Tötung von Mitgliedern der Gegenseite vorgeworfen.

Ein weiteres trauriges Kapitel der Unruhen in Ägypten ist die Verachtung von Frauen, die schon seit Jahren immer wieder zu Misshandlungen und Vergewaltigungen führt. So berichten Opfer, sie seien in der Nähe von Protesten von ganzen Gruppen von Männern umringt worden, die begannen sie sexuell zu belästigen. Gewalt gegen Frauen wurde ebenfalls von den Sicherheitskräften verübt, was der Fall von Azza Suleiman beispielhaft zeigt, die im Dezember 2011 von Soldaten brutal zusammengeschlagen wurde. All diese Vorkommnisse wurden von den Regierungen der letzten Jahre heruntergespielt und ignoriert, weshalb eine Aufklärung der Delikte weitestgehend unterblieb.

Um weiterhin auf all diese Menschenrechtsverletzungen und deren Ignorierung von Seiten der ägyptischen Behörden aufmerksam zu machen, haben wir am 19. und 30. Oktober in Tübingen auf dem Holzmarkt vor der Stiftskirche Nofretete-Banner bemalt und von Passanten bemalen lassen. Das Porträt der Nofretete mit der Gasmaske entwarf der junge ägyptische Street Art Künstler El-Zeft. 2012 klebte er es an eine Mauer in der Kairoer Mohamed-Mahmoud-Straße, die vom Tahrir-Platz abgeht. El-Zeft drückte damit seinen Respekt vor den ägyptischen Frauen und ihrer wichtigen Rolle für die ägyptische „Revolution des 25. Januar“ aus. Mit den bemalten Bannern wird Amnesty am 25.01.2014, zum dritten Jahrestag des Umsturzes, in Berlin vor der ägyptischen Botschaft für Meinungsfreiheit und Frauenrechte, gegen Folter und Polizeigewalt in Ägypten demonstrieren.

Finde den Fehler und du bekommst einen Button aus unserer Buttonsammlung! mails an hsg@ai-tuebingen.de ;)



Filmvorführung in Rottenburg

Am 10. Oktober, am internationalen Tag gegen die Todesstrafe, begab sich die Hochschulgruppe in besonderer Mission nach Rottenburg ins Kino im Waldhorn. Dort wurde der Film "Mumia – Long Distance Revolutionary" gezeigt. Mumia Abu-Jamal ist ein inhaftierter Journalist und Taxifahrer, der 1982 wegen Mordes an einem Polizisten in den USA zum Tode verurteilt wurde und ist bis heute in Haft. Die Umstände der angeblichen Tat sind nicht geklärt und rassistische Äußerungen von Beteiligten des Prozesses zeigen, unter welchen Bedingungen Mumia verurteilt wurde. Der gezeigte Film handelte dabei weniger vom Prozess als seiner Haft: Wie lebt Mumia in der Todeszelle und wie bestimmten die Gefängnisbeamten und die Regierung sein Leben? Gerade zum Tag der Todesstrafe hat dieser Film sehr gut gepasst, denn er beweist, dass die Todesstrafe ein grausames, menschenrechtswidriges Instrument ist und zeigt zugleich, dass Menschenrechtsarbeit und der Widerstand gegen die Todesstrafe sich lohnen. Denn 2011 hob die Staatsanwaltschaft von Philadelphia die Todesstrafe gegen Mumia auf. Er wird dennoch bis zum Ende seines Lebens in Haft sitzen. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Todesstrafe sowieso faire Gerichtsverfahren einschließlich der Überprüfung des Urteils gegen Mumia Abu-Jamal und andere Häftlinge!

Wir waren mit einem Stand mit Infomaterial und Petitionen vor Ort und haben auch vor dem Film eine kleine Einführung in den Fall Mumia gegeben. Danke an alle Zuschauer und Unterstützer, aber vor allem an das Kino im Waldhorn, dessen Gastfreundschaft und Kooperationsbereitschaft uns diese Aktion ermöglicht haben!



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